NEUIGKEITEN | NACHRICHTEN
Wir stecken in der schwersten strukturellen Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Insolvenzen steigen, die Unternehmen stehen unter Druck.
Hohe Lohn- und Energiekosten, überbordende Regulierung und Österreich als ein immer unattraktiverer Standort belasten uns massiv. Wir brauchen daher endlich Reformen, die investieren erleichtern und Unternehmertum in Gmunden fördern. Hohe Abgaben, Bürokratie und Reformverweigerung sind kein Zukunftsprogramm.
Das KDZ warnt klar: Die Gemeinden geraten finanziell zunehmend unter Druck – steigende Kosten und stagnierende Einnahmen bringen uns an die Grenze. Gmunden konnte heuer nur durch die hervorragende Arbeit der Finanzabteilung wieder ein ausgeglichenes Budget vorlegen. Danke dafür. Was fehlt, ist ein langfristiger Plan, wie wir unseren Reformbedarf endlich konsequent angehen.
Den Verkauf unseres „Familiensilbers“ und das permanente Angreifen von Rücklagen sehe ich kritisch. Wir müssen endlich auf der Ausgabenseite ansetzen, statt ständig neue buchhalterische Tricks zu erfinden. Die Menschen haben ein Recht auf Ehrlichkeit.
Ich sage ganz klar: Wir müssen Gmunden mutig in die Zukunft hineinfinanzieren. Dafür brauchen wir eine Budget- und Standortpolitik, die unsere Bürger spürbar entlastet, neue Betriebe anzieht und die Stadt nach vorne bringt. Das schaffen wir nicht mit neuen Steuern und höheren Abgaben. Wir müssen klug investieren – in echte Zukunftsprojekte.
Unser Budget muss Antworten auf die Herausforderungen unserer Stadt liefern: Überalterung, degeneratives Bevölkerungswachstum und eine kritische Lage im Gesundheitswesen. Diese Entwicklungen ignorieren wir seit Jahren – obwohl sie längst Alarmsignale sind. Ja, im Voranschlag stehen sinnvolle und wichtige Investitionen. Und dafür übernehme ich auch gerne die Verantwortung. Aber - wir müssen mit jedem Euro sorgsam umgehen. Es ist nicht das Geld einer Partei – es ist das Geld der Menschen.
Entscheidungen werden gemeinsam erarbeitet, also sollten sie auch gemeinsam präsentiert werden. Dieses Miteinander fehlt mir.Unsere Kommunalsteuer liegt im Vergleich gut. Aber Budgetpolitik braucht eine langfristige Strategie – und diese suche ich bis heute. Die stark steigenden Personalkosten nur durch Nicht-Nachbesetzen zu kompensieren ist ein Fehler: Wir verlieren Wissen, gefährden unsere Leistungsfähigkeit und schwächen unsere Kernaufgaben.
Der Ausbau der Kinderbetreuung, erneuerbarer Energie und der eigenen Infrastruktur ist richtig – aber längst überfällig. Vieles ist Aufholarbeit nach Jahren des Zuwartens. Beispiel Poly und Nikolaus-Lenau-Schule: Der Anspruch, Kinderland Nummer 1 zu sein, ist gut. Aber die Neuorganisation kostet über vier Millionen Euro und stößt auf massive Kritik der Lehrkräfte. Die Kleingliedrigkeit unserer Bildungsstandorte gehört längst umfassend evaluiert.Der enorme Investitionsbedarf heute ist das Ergebnis jahrzehntelanger Versäumnisse.
Und zwei Jahre vor der Wahl wirkt es, als würde man weitermachen wie bisher – „Koste es, was es wolle“. Ich bin überzeugt: Wir müssen ehrlich prüfen, was wir uns leisten können und wollen.
Tariferhöhungen, um Jahrzehnte an Fehlentwicklungen zu kompensieren, sind der falsche Weg. Schauen wir nach Wels – dort zeigt man, dass es auch anders geht.
Philipp Wiatschka, Rede im Gemeinderat am 11.12.2025 zum Voranschlag 2026

